Esoterik

Esoterik (griech. etwa Geheimlehre)

Esoterik (griech. etwa Geheimlehre) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten »inneren« Personenkreis zugänglich ist (wikipedia).

Vielfach wird das Didgeridoo, bewusst oder unbewusst, mit thematischen Bereichen der Esoterik verbunden, was jedoch sachlich oft fragwürdig, unzutreffend oder zumindest irreführend ist.

Im schlechtesten Falle verhindert ein übersteigerter Esoterik-Bezug die Förderung eines historisch-kulturellen Verständnisses im Sinne der traditionellen Verwender, der Aborigines.

Esoterische Ansatzpunkte in den Aborigine-Kulturen

Als in vielfacher Hinsicht älteste und am längsten ununterbrochene Kulturen nehmen die Aborigines eine herausragende historische ethnologische Stellung ein. Die Aborigine-Kulturen sind, wie andere native Kulturen auch, geprägt von einer tief spirituell geprägten Weltsicht, die bis weit in den Alltag hineinreicht und sämtliche wichtigen und bedeutungslosen Aspekte durchdringt.

Gleichzeitig zum Auftreten von New-Age-Weltsichten in den Sechzigerjahren des 20sten Jahrhunderts (inspiriert ihrerseits von fernöstlichen Philosophien und Religionen) entstand eine »Selbstbefreiungsbewegung« der Aborigines, die genau auf diesen Zeitgeist traf, sowohl leidenschaftlich aufgenommen als auch von reaktionären Kräften stark bekämpft.

Die spirituellen Aspekte der Aborigines und ihre vermeintliche Einheit mit der Natur fanden sich als musikalischer Ausdruck im Didgeridoo wieder. Nicht zuletzt verschaffte die Beschäftigung mit Atemtechniken aus den Yoga-Philosophien der in der westlichen Musik weitgehend in Vergessenheit geratenen Zirkularatmung das Image einer nur von Eingeweihten oder besonders geschulten Personen zugänglichen hochgeheimen oder hochspirituellen Selbstversenkungstechnik. (Bezüge dazu finden sich auch heute noch in metaphorischen Bezeichnungen wie »Feueratmung der Aborigines«, oder in Verbindung mit anderen Praktiken wie dem »Rebirthing«.)

Erst in den 90er Jahren entstanden unter den westlichen Spielenden mehr und häufigere Bezüge zu westlichen Musikwahrnehmungen.

Nichtsdestotrotz haben sich bestimmte esoterische Aspekte gehalten und tauchen in regelmäßigen Abständen wieder auf.