A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Y Z
− A −    
 
abatmen
Das Ausatmen durch die Nase während des Spieles, mit dem Ziel, einen Luftüberschuss in der Lunge zu reduzieren.
Abnahmetechnik
Spezifische technische Voraussetzungen für eine geeignete Abnahme (Mikrofonierung) des Didgeridoos für Studio- und Heimaufnahmen (Homerecording) sowie für die Bühnenpräsentation.  (Qualifizierte Beiträge sind willkommen!)
Aborigine/-s (lat. ab origine= „vom Ursprung an“)
Offizielle und als Selbstbezeichnung allgemein anerkannte Bezeichnung der indigenen Australier. Aufgrund anhaltender Diskussionen um die angemessene Verwendung verschiedener Schreibweisen wird vermehrt dazu übergegangen, diesen Begriff zu vermeiden und entweder durch den engl. Terminus „Aboriginal People“ („aborigene Völker/Volksgruppen“) oder die näheren Eigenbezeichnungen der übergeordneten Volksgruppen zu ersetzen, z.B. „Koori“, „Yolngu“, etc.
Agave (griechisch, "die Berühmte")
Pflanzengattung aus der Familie der Agavengewächse, Agavaceae, aus deren (stammähnlichen) Blütenständen sich hervorragende leichte Didgeridoos bauen lassen. mehr
Anfänger/-in , Einsteiger/-in
Anfänger verfügen über Grundkenntnisse der Funktionsweise und Spieltechniken des Didgeridoos, können diese aber noch nicht kontrolliert und sicher einsetzen.
Ansatz
  1. I.w.S. die Position des Mundes am Mundstück
  2. I.e.S. die Lippenstellung zueinander und zum Instrument.
mehr
Anschlag (eng. attack)
Kurzer, deutlicher Laut, der durch das Anschlagen, zum Beispiel der Zunge, gegen einen Opponenten, zum Beispiel den Gaumen, erzeugt wird.
Das kurze Anschlagen bewirkt eine Druckveränderung bis hin zu einer kurzen Unterbrechung des Luftstroms. Der sich daraus ergebene (perkussive) Laut  kann treffend auch als „Plosiv“ oder Explosivlaut umschrieben werden. Anschläge im weitesten Sinne sind: p, b, t, k, g u.ä. (vgl. Phonetik). Am Didgeridoo sind Anschläge insbesondere: d, t (Zungenrand gegen Zahndamm), g, k, (Zungenrücken gegen hinteren Gaumen). mehr
Anspringen, leichtes
Bezeichnet die Eigenschaft eines Didgeridoos, auf die Druckanforderung des Spielers zu reagieren und sofort einen vollen, klaren Ton zu entwickeln, besonders beim Wechsel von keinem zu vollem Druck. (Siehe auch: Anstoß)
Anstoß
Der Zeitpunkt, in dem bei einem Blasinstrument durch eine entsprechende Artikulation der gespielte Ton hörbar wird. Beim Didgeridoo sind dies zumeist „b“ und „p“, der Anstoß kann identisch sein mit Anschlägen (vgl. Anschlag), wenn diese den Luftstrom komplett unterbrechen.
Wichtiger Hinweis insbesondere für Phonetik- und Notationsexperten und -interessierte: Der Begriff des Anstoßes existiert scheinbar nicht in der phonetischen Terminologie, in der mit den Begriffen der Verschlusslaute/Plosive operiert wird.
Arnhemland (geo)
Region im Norden Australiens, benannt von holländischen Seefahrern nach ihrem Schiff Arnheim bei einem Besuch im Jahre 1623. Das Arnhemland wird gemeinhin als das Ursprungsgebiet des Didgeridoo angesehen.
Artikulation (phon./lat.)
Hier: aktive Beeinflussung des Klangbildes durch gezielte Stellung oder Bewegung des Vokaltraktes und Dosierung des Anblasdruckes sowie der Luftmenge. Der Fertigkeitsgrad des Spielers bestimmt die Deutlichkeit der Artikulation.
Atemfigur
Siehe breathing pattern
Atemmuskulatur , auch: Atemgürtel
Muskeln, die direkt oder indirekt die Ein- und Ausatembewegungen unterstützen (siehe auch: Stütze). mehr
Atmung
Die Atmung sorgt für die effektive Zufuhr und Nutzung der Atemluft, der lebensnotwendigen Versorgung des Organismus mit Sauerstoff. Beim Spielen von Blasinstrumenten wie dem Didgeridoo  ist eine gesteigerte Effizienz der Atmung (insbesondere eine kontrollierte Ausatmung) besonders wichtig. (Siehe auch Stütze) mehr
Atmung, flache und tiefe
In der Regel wird darunter die Ausnutzung des Atemzugvolumens verstanden. mehr
A-type didjeridu accompaniments (eng.)
Siehe „Didgeridoo-Begleitung Typ A
Australier (lat. etwa Südländer)
  1. Ursprünglich in Australien verbreitete menschliche Population, australische Ureinwohner (auch: Aborigines)
  2. Australischer Staatsbürger
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− B −   nach oben  
 
back pressure (eng.)
Siehe Gegendruck
Balanda (yol.)
Yolngu-Bezeichnung für westliche, hellhäutige Menschen und deren Zivilisation und Gesellschaft. Der Begriff ist eine lautmalerische Adaption des Wortes 'Holländer', ein Bezug auf die ersten weißen Besucher in Nord-Ost-Arnhemland. Der Begriff findet sich in einigen Worten von Yolngu bezüglich des Didgeridoo-Spieles, z.B. Balanda Aeroplane Noise, Balanda-Style.
Die Bezeichnung wird in einigen Yolngu-Völkern derzeit durch die Bezeichnung Ngapaki abgelöst.
Balanda Aeroplane Noise (yol.-eng.)
Wörtl.: Flugzeuglärm der Weißen. Scherzhaft abwertende Bezeichnung der Yolngu für nicht-traditionelles, insbesondere abwechslungsarmes Didgeridoospiel. (vgl. Flachdidger)
Balanda-Style (yol.-eng.)
Generelle Bezeichnung der Yolngu für nicht in traditioneller Weise gespieltes Didgeridoo. Im Rahmen des sich intensivierenden Austausches zwischen traditionellen und westlichen Spielern hat dieser Begriff durchaus nicht mehr nur abwertende Bedeutung, sonderen zollt inzwischen der zunehmenden Verbreitung ausdrucksvoller westlicher Stile eine gewisse Anerkennung. (vgl. Balanda)
Bambus (bot.), m , (malaiisch)
Grasgewächse mit hohlem Inneren, durch das Herausschlagen der Zwischenböden kann mit wenig Aufwand eine Röhre bzw. ein Didgeridoo erstellt werden. mehr
Bärenklau
Siehe Herkulesstaude
Bark (1) , m , auch: Powerbark (eng. bellen)
Kurzer, kräftiger Schrei (vergleichbar einem Bellen), bei Beibehaltung des Grundtones
Bark (2) , f (eng. Rinde)
  1. Rinde des Didgeridoo-Rohlinges.
  2. Untergrund für traditionelle Malereien der Aborigines, aus der Rinde des Paperbark Eukalyptus (sog. Bark-Paintings).
Bart
Störender Haarwuchs um den Mund vorwiegend männlicher Spieler... ;-). Der Oberlippenbart behindert einen sauberen Ansatz besonders bei Einsteigern, da er entweder Luft entweichen lässt, oder, wenn er umgeklappt wird, die Oberlippe aus ihrer Spannungsposition zieht. Wunde Lippen sind eine häufige Folge. Außerdem verklebt der Bart durch Bienenwachsmundstücke. Fortgeschrittenere Spieler hingegen haben gewöhnlich keine Probleme mit Bartwuchs.
Bauchstütze
Siehe Stütze
Bell , -end , n (eng.Glocke (-nende))
Ursprünglich für die glockenartigen Erweiterungen am Klangaustrittsende besonders großer Didgeridoos verwendet, bezeichnet der Begriff inzwischen auch allgemein Endbereich und untere Öffnung des Didgeridoos.
Bemalung
(vgl. Didgeridoobau) Auf vielen Didgeridoos finden sich Malereien. Die Farben in den ursprünglichen Herkunftsgebieten des Didgeridoos (vgl. traditionelle Spielweisen) im Norden Australiens sind die Erdfarben rot, gelb, schwarz und weiß. Über die traditionelle Bedeutung der Didgeridoo-Bemalung insgesamt und ihrer Motive ist in der westlichen Welt relativ wenig bekannt; sie wird daher noch kontrovers diskutiert. Unumstritten ist aber der fortgesetzte Missbrauch traditioneller Malmotive durch Unbefugte zu Marketingzwecken. mehr
Bienenwachs
Siehe Mundstück
Bildhafte Vorstellungen zum Didgeridoo
Bildhafte Vorstellungen werden genutzt, um ein Verständnis für Spiel- und Funktionsweisen des Didgeridoos zu vermitteln. Solche nützlichen Bilder stammen oft aus anderen Bereichen, so z.B. aus dem Gesang, von anderen Blasinstrumentenschulen sowie auch aus der Physiotherapie. mehr
Bilma , -sticks (yol.-eng.)
Als Bilma bezeichnen die Yolngu Klangstäbe (Clapsticks) aus Eukalyptus, besonders dem Ironbark. mehr
Bohrtechnik
Bautechnik, bei der der Klangkanal des Didgeridoos mit Hilfe von Bohrern aus einem massiven Stamm oder Balken herausgearbeitet wird (vgl. Sandwichbauweise sowie Didgeridoobau). mehr
Bounce breath (eng. etwa “hüpfender Atemzug” oder “Rückprall-Atem(zug)”)
Fachausdruck, vor allem in englischsprachlichen Fachkreisen weitverbreitet; bildhafte Vorstellung. Spiel- bzw. Atemfigur, bei dem auf einen Glottalschlag und Ausatmung eine unmittelbare kurze Einatmung erfolgt. Dabei wird der Glottalschlag häufig von einer Bauchstütze bzw. einer Bewegung („Hebung“) der Bauchmuskulatur begleitet, während die kurze Einatmung mit der Entspannung („Senkung“) der Bauchmuskulatur einhergeht. Der Fachausdruck Bounce Breath wird häufig irrtümlicherweise mit dem Zwerchfellstoß erklärt, was auf die weitverbreitete Verwechslung von Glottalschlag und Zwerchfellstoß zurückgeht.
Weitverbreitete Spieltechnik insbesondere im zeitgenössischen Spiel, um schnelle Beats und Rhythmen zu erzielen.
breathing pattern , -s (eng.)
Hier: eine Abfolge von Spielbewegungen (pattern), die die Zirkularatmung integriert, und somit als rhythmisches Element zum Luftholen eingesetzt werden kann. Ein breathing pattern umfasst drei Bewegungen:
  1. das Öffnen des Mundraumes/Wangen um einen Luftvorrat anzulegen,
  2. das Verschließen des Mundraumes nach hinten um die Zirkularatmung durchzuführen und
  3. das Herausdrücken der Luft aus dem Mundraum während der Einatmung.

Abhängig von der Fähigkeit des Spielers kann ein breathing pattern als ein- oder mehrteilige rhythmische Abfolge wahrgenommen werden.
B-type didjeridu accompaniments (eng.)
Siehe: „Didgeridoo-Begleitung Typ B
Bunggul
Stilrichtung traditioneller australischer (aboriginaler) Musik; auch Oberbegriff für bestimmte traditionelle Spielweisen des Didgeridoos, vor allem in Nordost-Arnhemland, Südost-Arnhemlands sowie in Teilen Zentral-Arnhemlands beheimatet. Unter Bunggul lassen sich demnach die Stile der Yolngu und ihrer Nachbarvölker zusammenfassen. Die traditionelle Spielweise des Didgeridoos in Bunggul-Songs wird der von Moyle eingeführten Kategorie der „Didgeridoo-Begleitung Typ B“ zugeordnet. mehr
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Carnaubawachs
Siehe Mundstück
Clapsticks (eng.)
Klanghölzer, üblicherweise paarweise verwendet als Perkussionsinstrument. Klangerzeugung durch Aneinanderschlagen der zwei Rundhölzer (vgl. Bilma).
Cut , m (eng. abschneiden)
In den traditionellen Spielweisen bzw. -techniken das ruckartige, zum Teil deutlich perkussive Beenden einer Vorwärtsbewegung der Zunge (vgl. Pull). mehr
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Didgebox , f (aus eng. -Kasten)
Didgeridoo, dessen Klangkanal aus den verschachtelten Wänden einer Kastenkonstruktion gebildet wird. Diese Instrumente sind leiser als die großen Originale, aber wesentlich kleiner, so dass sie sich sehr gut transportieren lassen. mehr
Didgeridoobau
Das Vorbereiten und Fertigen
  1. eines Didgeridoos aus einem ausgehöhlten Eukalyptus-Stamm, bzw. 
  2. eines Didgeridoos aus anderen Hölzern und Materialien. In der Regel sollen diese Instrumente in Klang- und Spieleigenschaften originalen Didgeridoos ähneln bzw. entsprechen.
mehr
Didgeridoo-Begleitung Typ A (aus dem Englischen)
Bezeichnung für eine übergeordnete Stilrichtung traditionellen Spiels. Ein hervorstechendes Merkmal der „Didgeridoo-Begleitung Typ A“ ist das Fehlen des überblasenen Tones („Toot“). S.a. „Bunggul“, „Kunborrkmehr
Didgeridoo-Begleitung Typ B (aus dem Englischen)
Bezeichnung für eine übergeordnete Stilrichtung traditionellen Spiels. Ein hervorstechendes Merkmal der „Didgeridoo-Begleitung Typ B“ ist die Verwendung des überblasenen Tones („Toot“). mehr
Didgeridoo, Didjeridu , n, m, -s; weitere Schreibweisen vorhanden
  1. Im engeren Sinne australisches Blasinstrument aus der Familie der Aerophone.
  2. Im weiteren Sinne jedes Rohr, das mit flatternden Lippen unter Zuhilfenahme von didgeridootypischen Spieltechniken auf dem Grundton geblasen wird.
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Didgeridoofestival , /-s
Ein- oder mehrtägiges Musikfest mit Auftritten verschiedener Solisten und/oder Gruppen, bei der Didgeridoomusik die musikalische Konzeption der Veranstaltung bestimmt. Ungefähr seit der Jahrtausendwende (um das Jahr 2000) finden Didgeridoofestivals in vielen europäischen Ländern und Nordamerika regelmäßig statt. mehr
Didgeridoos für Anfänger / Einsteiger
Generell ist das Spielen auf hochwertigen, spieltechnisch und klanglich gut ausgewogenen Didgeridoos am leichtesten zu erlernen. Dem gegenüber stehen die immensen Kosten, die für eine/n Einsteiger/in im Schnitt nicht tragbar sind.
Zur Aneignung der ersten Spieltechniken und auch, um die persönliche Neigung zum Erlernen des Didgeridoos zu überprüfen, werden gerne die sehr preiswerten und ebenfalls gut spielbaren HT-Rohre empfohlen.
Didjeribone ™ , n
Von Charlie McMahon entwickelte Variante eines in der Länge verschiebbaren Didgeridoos aus Kunststoff; Massenprodukt. Vgl. Sliding Didge, Slidgeribone.
Doppelwobbler (deu.-eng.)
Fachausdruck, entweder für zwei hintereinander gesetzte Woks oder zwei Wobblefiguren mit je einem Atemzug. Vgl. Double Breath.
Doppelzunge
Siehe Double Tongueing
Double Breath (eng. etwa doppelter Atemzug, doppelte Einatmung)
Fachausdruck für zwei hintereinander gesetzte kurze Spielfiguren mit Einatemzügen. Ein Double Breath kann mit dem Double Jaw kombiniert werden, diese Kombination ist aber nicht zwingend notwendig.
Double Jaw , m (eng. Doppelkiefer)
Fachausdruck für eine Spieltechnik, bei der der Kiefer in zwei deutlichen Schritten geschlossen wird.
Die Technik mit dieser Bezeichnung wird zumeist dem aborigenen Didgeridoo-Spieler Alan Dargin zugeschrieben.
Double Tongueing , n (eng. Doppelzunge)
 Spieltechnik (Fachausdruck): Zweifacher Anschlag der Zunge. Dabei wird die Zunge wechselweise an zwei verschiedenen Punkten angeschlagen, was eine schnellere Anschlagabfolge erlaubt. mehr
− E −   nach oben  
 
Eigenbau
Herstellung von Didgeridoos für den Eigenbedarf als Alternative zu den in Kosten und Güte schwer einschätzbaren Originalen und als Experimentierfeld. Die Techniken können dabei je nach Erfahrung und Vorlieben des Didgebauers sehr individuell sein. Weitere Informationen zum Thema unter dem Stichwort Didgeridoobau.
Erdfarben, traditionelle
Siehe Bemalung, vgl. Didgeridoobau
Esoterik (griech. etwa Geheimlehre)
Vielfach wird das Didgeridoo, bewusst oder unbewusst, mit thematischen Bereichen der Esoterik verbunden, was jedoch sachlich unzutreffend oder zumindest irreführend ist. Im schlechtesten Falle verhindert ein Esoterik-Bezug die Förderung eines historisch-kulturellen Verständnisses im Sinne der traditionellen Verwender, der Aborigines. mehr
Eukalyptus , m (griech.)
Gattung der Myrtengewächse; Heimat: Australien, jetzt in allen warmen Zonen angebaut. Die meisten Eukalyptusarten sind raschwüchsige, sehr hartholzige hohe Bäume (aus: wissen.de). Von Termiten ausgehöhlte Eukalyptusstämme sind das häufigste Ausgangsmaterial für australische Didgeridoos.
− F −   nach oben  
 
Fachausdruck
In unserem Sinne: von Didgeridoo-Spielern und -Lehrern verwendete Ausdrücke für bestimmte Spieltechniken und Töne, oft mit lautmalerischem (z.B. Wok) oder technisch anmutendem Klang (z.B. Gut Slap, Double Breath, Outpop-Atmung).
Da der Bereich Didgeridoo noch nicht sehr lange in unserem westlichen Sinne sozial integriert oder wissenschaftlich erforscht wird, sind viele Fachausdrücke eher als Äußerung der Persönlichkeit und Individualität des Spielers/Lehrers zu sehen, die, wenn sie unreflektiert weitervermittelt werden, für Verwirrung sorgen können. (siehe auch Esoterik)
Figur
Siehe pattern
flachdidgen, Flachdidger
Herablassende, umgangssprachliche Bezeichnung für variationsarmes Didgeridoospiel bzw. für den so verfahrenden Spieler. Wird insbesondere von westlichen Spielern/Lernenden der traditionellen Spielweisen (vgl. Traditionalisten) für die modernen, oft meditativen Ausprägungen verwendet.
Inzwischen oft auch ironische Selbstbezeichnung der modernen Spieler.
Form des Didgeridoos
Die Abfolge und Größe von bestimmten Hohlräumen/Durchmessern/Krümmungen sowie Länge, Durchmesser, Oberflächenstruktur des inneren und äußeren Instrumentenverlaufes können sich auf den Klang (z.B. die Resonanz) und das Anspielverhalten (z.B. den Gegendruck) auswirken.
Aufgrund der besondern Form von natürlichen oder naturähnlichen Didgeridoos lassen sich physikalische Ergebnisse aus anderen Bereichen der Blasinstrumente nur ungenügend anwenden.
Fortgeschrittene/-r
Fortgeschrittene Spieler/-innen verfügen über ein breiteres Wissen über die Spieltechniken und Klangmöglichkeiten des Didgeridoo und können sie gezielt im Sinne einer musikalischen Äußerung einsetzen.
Der Einfachheit halber, und auch, um die Lernenden psychologisch zu fördern, wird in der Seminarpraxis für Fortgeschrittene oft als einziges Kriterium das grundsätzliche Beherrschen der Zirkularatmung vorausgesetzt.
Frauen und Didgeridoo
Hier geht es um die soziokulturellen und damit auch geschlechtsspezifischen Traditionen, Einstellungen und Praktiken der Aborigines in Bezug auf das Spiel des Didgeridoos durch Frauen, bezogen sowohl auf die eigene Kultur als auch auf Frauen des 'westlichen Kulturkreises'.  mehr
Frittiertes Didge
Nach Forschungsberichten aus dem Jahr 2002  besitzt frittiertes Holz besondere Eigenschaften, u.a. eine hohe Haltbarkeit. Die Didgeridoo-Gemeinde wartete bisher allerdings vergeblich auf den ersten Bauversuch eines 'frittierten Didgeridoos'! ;-))
Furniertechnik , Furnierdidge
Siehe Wickeltechnik
− G −   nach oben  
 
Gegendruck (eng. back pressure)
Der Begriff des Gegendrucks beschreibt das Gefühl des Didgeridoospielenden, gegen einen Widerstand im Instrument zu spielen. Dieses Gefühl ist abhängig von meist mehreren physikalischen Größen und subjektiven Faktoren. mehr
Glocke , -nende (aus eng. Bell, -end)
Siehe Bell, -end
Glottalschlag (eng. Glottal Stop)
Begriff aus der Phonetik für schlagartige Öffnung der Stimmbänder. Zuvor werden die Stimmbänder kurz verschlossen, wobei sich ein Überdruck unterhalb der Stimmbänder aufbaut (vgl. Anschlag, Anstoß, Phonetik).
Am Didgeridoo oft umschrieben mit „h“ (hahahaha) mehr
Grinsen
(Vgl. Didgeridoo und bildhafte Vorstellungen). Mimische Hilfe zur Erhöhung der Lippenspannung.
Grundton , auch eng. : Basic, Basic Drone, Drone, Fundamental, Fundamental Drone
  1. Grundfrequenz des Tones im Didgeridoo-Rohr.
  2. Der i.w.S. durchgehend gespielte Ausgangston, aus dem heraus Klangeeffekte moduliert werden können.
mehr
Gut Slap , m (eng. etwa Bauchschlag)
Siehe Zwerchfellstoß
Guttural Sound (eng. Kehllaut)
  1. Klangveränderung im Obertonbereich durch das Anheben und Senken des Kehlkopfes (vergleichbar mit einer Würgebewegung, wenn auch in der Auswirkung nicht so drastisch ;-). Dieser bewirkt sowohl eine Resonanzraum- als auch Druckveränderung.
  2. Didgeridooklänge, die dem Hörer eine kehlige Charakteristik wahrnehmen lassen (z.B. tiefe, rollende und dumpfe Klänge)
− H −   nach oben  
 
Hanf-Didgeridoos
Didgeridoos aus einer form-/spritzbaren Masse aus 100% Hanf (Hempstone™, ein Verfahren der Zellform GmbH).
Heilig
Im Zusammenhang mit dem Didgeridoo gelegentlich vorkommende Bezeichnung, im Sinne von: das heilige Instrument der Aborigines (vgl. Esoterik) mehr
Heilung
Hier:
  1. I.w.S. das Wiederherstellen oder Erstreben eines ganzheitlich heilen Zustandes durch aktive oder passive Wirkungen des Didgeridoospieles.
  2. I.e.S. das bei den Aborigines vermutete Praktizieren der Heilung unter 1.
Herkulesstaude , (Synonyme: Herkuleskraut, (Riesen-)Bärenklau; eng. Giant Hogweed)
Doldengewächs, dessen getrocknete Stängel zum Didgeridoobau geeignet sind. Die Herkulesstaude gilt als Unkraut. Sie ist im frischen Zustand sehr giftig, weshalb für Ernte und Verarbeitung besondere Vorsicht geboten ist! mehr
Holzarten, geeignete für den Didgeridoobau
Prinzipiell sind alle harten und harzarmen einheimischen Hölzer für den Didgeridoobau geeignet. Details zu bestimmten Arten sind z.B. auf den Seiten von Torsten Hoepfner zu finden.
HT-Rohr
Handelsübliche Bezeichnung für Wasserrohre aus PP- oder PE- Kunststoff; zum Eigenbau von Billigdidgeridoos sehr gut geeignet. DAS empfohlene Gerät für Didgeridoo-Einsteigerinnen und Einsteiger!
− I −   nach oben  
 
Inpop-Atmung, Inpop (eng. etwa hereinploppen)
Spieltechnik: Das kraftvolle Schließen (Zusammenschlagen) der Wangen, das die Einatmung während der Zirkularatmung ermöglicht, wird mitunter als Inpop-Atmung bezeichnet. Bildet mit dem Begriff Outpop-Atmung ein Gegensatzpaar.

Irish Horns (eng. Irische Hörner)
Familie von bronzezeitlichen Hörnern (Dord Íseal, Dord Ard, Adherc u.a.) aus Irland. Der Musiker und Wissenschaftler Simon o'Dwyer vermutet eine didgeridooähnliche Spielweise. mehr
− J −   nach oben  
 
Jaw Drop (aus eng. Jaw = Kiefer, drop = fallen lassen)
Spielbewegung, bei der der Unterkiefer fallen gelassen wird,

  1. als Basis für eine Atemfigur,
  2. als Raumbereiter für Zungenbewegungen,
  3. als klanglich-rhythmisches Element.

(vgl. Double Jaw)
− K −   nach oben  
 
Kauf von Didgeridoos
  1. Praktische Einkaufstips im Sinne einiger Ratschläge und Hinweise für den Einkauf von Didgeridoos (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), um insbesondere Einsteiger dabei zu unterstützen, Fehlkäufe zu vermeiden.

  2. Diskussion von Kriterien für den Kauf von Didgeridoos. Es gibt unterschiedliche Beurteilungsmaßstäbe zu diversen qualitativen Eigenschaften von Didgeridoos, die für Kaufentscheidungen relevant sein können, v.a. klangliche Merkmale, Spieleigenschaften, praktische Handhabung, Materialeigenschaften sowie ästhetische  und ökonomische Aspekte und schließlich auch ethische Kriterien.
mehr
Kiefer-Atmung
Fachausdruck im Sinne einer bildhaften Vorstellung, gilt in einigen Lehrsystemen als Art oder Variante der Zirkularatmung. Die Einatmung bei der Zirkularatmung wird von einer (simultanen) Auf- oder Abwärtsbewegung des Kiefers begleitet bzw. unterstützt. Der physiologische Vorgang der Zirkularatmung selbst bleibt jedoch stets derselbe, unabhängig davon, ob die Einatmung von Kiefer-, Zungen- oder Wangenbewegungen flankiert wird.
Kunborrk (auch: Gunborrk, Gunborg)
Stilrichtung traditioneller australischer (aboriginaler) Musik; auch Oberbegriff für bestimmte  traditionelle Spielweise des Didgeridoos, vor allem in West-Arnhemland beheimatet. Die traditionelle Spielweise des Didgeridoos in Kunborrk-Songs wird der von Moyle eingeführten Kategorie der „Didgeridoo-Begleitung Typ A“ zugeordnet. Vgl: „Bunggulmehr
− L −   nach oben  
 
Lagerung des Didgeridoos
Siehe Pflege des Didgeridoos
läutendes Didgeridoo
Die entsprechende Klangeigenschaft wird vielfach gleichgesetzt mit „singend“( singendes Didgeridoo), besitzt aber eine spezifische eigene Bedeutung:
Im „läutenden“ Didgeridoo können aufgrund der spezifischen Innenform zwei (singende) Obertöne im Wechsel zum Klingen gebracht werden. Dieser schwirrende Ton wird ausgehend von Dr. Frank Geipel auch als „Obertonwobble“ (vgl. Wobble, 2.) bezeichnet.

Die Begriffe sind in Anführungszeichen gesetzt, da es sich um eine von uns favorisierte, aber im Sprachgebrauch nicht verankerte Definition handelt.
Lippen
Erzeugen durch ihre Schwingung den Ton am Didgeridoo. Die Grundspannung der schwingenden Lippen erzeugt im Zusammenspiel mit dem Luftstrom und den Schwingungseigenschaften der stehenden Welle den Ton am Didgeridoo (und anderen Blasinstrumenten) und beeinflusst die klangliche Ausprägung. Die anatomischen Voraussetzungen wirken sich direkt auf die Klangcharakteristik des Grundtones aus, so sind Faktoren wie Beweglichkeit, Koordinationsfähigkeit, Fülle, Kraft entscheidend.
Lippenspannung , auch: Grundspannung
Grundspannung der schwingenden Lippen, wichtige Voraussetzung für ein artikuliertes Didgeridoospiel. Mit der bewusst kontrollierten Lippenspannung wird die Bildung bestimmter Töne (Obertöne, über- und unterblasene Töne) unterstützt. mehr
− M −   nach oben  
 
Mago (auch: Mako; Kunwinjku- oder Kuninjku-Sprache)
  1. Allgemein gebräuchlicher oder weitverbreiteter Name für das Didgeridoo in West-Arnhemland.
  2. Bezeichnung für spezifische originale Didgeridoos aus West-Arnhemland, die für die traditionellen Spielweisen West-Arnhemlands (vgl. auch Kunborkk; Wangga) ausgelegt oder besonders geeignet sind.
mehr
Medizin und Didgeridoo
Die positiven und negativen Auswirkungen des Didgeridoospiels auf Körper und Geist. Vgl. Therapie, Heilung (in Vorbereitung).
Mikrofon
Geeignete Mikrofone für die Abnahme von Didgeridoos für Aufnahme und Bühnentechnik. Siehe auch Abnahmetechnik (Beiträge willkommen)
modern, moderne Stile
Stilrichtungen des Didgeridoospiels, die sich durch die Herauslösung des Didgeridoos aus dem traditionellen Kontext manifestiert haben. Gegensatz: traditionelle Spielstile, traditionelle Spielweisen.
Multidrone (auch: false notes, false toots, drop notes, drop octave)
Multidrone [ dt. etwa »Mehrfach-Grundton«] bezeichnet die Anspielbarkeit von mehreren grundtonähnlichen Tönen auf einem nicht verschiebbaren Instrument. Dabei muss das Instrument eine bestimmte Bauweise aufweisen, äußerlich meist charakterisiert durch mehrere deutlich unterscheidbare Segmente. mehr
Mundstück
Das Mundstück ist die Ansatzstelle des Mundes am Didgeridoo. Im Gegensatz zu Mundstücken anderer Blasinstrumente stellt es eher einen Übergang zu den Lippen dar, deswegen sind der Form und dem Material kaum Grenzen gesetzt. mehr
− N −   nach oben  
 
Nase, juckende
Bei Neueinsteigern auftretendes, harmloses Symptom. Abhängig von der Schwingung des Didgeridoos werden Resonanzen getroffen, die Bereiche der Nasenspitze oder der Nasenwurzel so mitschwingen lassen, dass sie jucken oder kitzeln. Das Symptom legt sich meist nach einiger Zeit. (Vgl. Medizin )
Nase, Stimme durch die -
Spieltechnik, bei der ein Stimmklang (1) mit dem Einatemzug oder (2) anstelle des Einatemzuges während der ZA durch die Nase entweicht. Die Variante (2) ist im Bewegungsablauf identisch mit dem Abatmen und wird in einigen seltenen Fällen im traditionellen Kontext erwähnt.

NEAL (eng., Akronym)
Verbreitete Abkürzung für Nordost-Arnhemland und die dortigen traditionellen Spielweisen (siehe auch Bunggul).
Ngapaki
Von Yolngu neuerdings vermehrt zur Bezeichnung von Menschen aus dem westlichen Kulturkreis verwendet, synonym zur Bezeichnung „Balanda“. Bedeutung und Herkunft bei Onlinestellung noch unbekannt. Das früher verwendete „Balanda“ ähnelt phonetisch dem Namen eines Verstorbenen, dessen Name aufgrund eines Tabus nicht mehr ausgesprochen werden darf.
Notation für Didgeridoo (lat. Aufzeichnung)
Als „Notation“ kann generell jede Form von schriftlicher Darstellung von gespielten Didgeridooklängen gelten. Jede Form der Notation setzt eine „Legende“ voraus, die die entsprechenden Zeichen erklärt. Notationen dienen zur Speicherung oder Archivierung von musikalischen Ideen, Rhythmen oder auch ganzen Musikstücken.
Der Sinn und Gebrauchswert von Notationen für Didgeridoo ist unter DidgeridoospielerInnen umstritten: Viele SpielerInnen (darunter auch Profis) finden für ihre Zwecke die Audio-Aufnahme zum Festhalten von Sounds und Spielideen völlig ausreichend; eine zwingende Notwendigkeit zum (langwierigen) Erlernen einer Notation für Didgeridoo sehen sie nicht. Für die Befürworter und NutzerInnen von Didgeridoonotationen bieten Notationen hingegen Vorteile in der Vermittlung (Lehre) des Didgeridoospiels und für Austausch und Kommunikation mit anderen Musikern sowie der Musikwissenschaft. mehr
− O −   nach oben  
 
Obertöne
Grundsätzlich Frequenzbereiche des Klanges, die im Grundton enthalten sind.
Beim Didgeridoo können beim Spielen des Grundtones die Obertöne durch Formung der Resonanzräume im Instrument (passiv) und im Vokaltrakt (aktiv und passiv) verstärkt werden. Je nach Art der aktiven Formung werden sie melodisch, rhythmisch oder lautmalerisch wahrgenommen.
Outpop-Atmung , Outpop (eng. etwa herausploppen)
Spieltechnik: die Durchführung der Zirkularatmung mit offenen Wangen, noch während diese in der Auswärtsbewegung sind. Bildet mit dem Begriff Inpop-Atmung ein Gegensatzpaar.
Overblow
Siehe Überblasener Ton
Override (eng. etwa „Überspielen“)
Spieltechnik, bei der durch hohe Lippenkontrolle Töne „erzwungen“ werden, die über oder unter dem Grundton liegen, aber nicht zu den instrumenteigenen Tönen gehören. Der Effekt tritt bei unerfahrenen Spielern auch versehentlich auf, kann aber mit entsprechender Kontrolle eine musikalische Bereicherung sein. ( Didgeridookünstler, die den Override als musikalisches Ausdrucksmittel verwenden, sind insbesondere Matthias Müller und Ondrey Smeykal.)
− P −   nach oben  
 
Passive Voice (eng. “passive Stimme”)
Fachausdruck zur Umschreibung eines sehr subtilen, spezifischen Stimmeinsatzes insbesondere beim  traditionellen Didgeridoospiel (vgl. traditionelle Spielweisen).
Die sehr leise in einer entsprechenden Tonhöhe eingebrachte Stimmer erzeugt dabei eine Schwebung, die als knarrender Ton wahrgenommen wird und vom ungeübten Ohr mit dem gerollten „r“ verwechselt werden kann. mehr
pattern , n , - (eng. Muster, Struktur, Vorlage)
In sich geschlossene (und wiederholbare) Abfolge von Spielbewegungen bzw. Klängen. Die Identifikation von Beginn und Ende eines Pattern hängt stark von der subjektiven Wahrnehmung des Rhythmus ab. So können pattern kürzeste Abfolgen von Rhythmussilben sein oder längere Strukturelemente wie Solos oder Verzierungen.
Rhythmusworte stellen eine Form von Pattern dar, die zur Kommunikation über Rhythmen eingesetzt werden (vgl. Rhythmusworte, Breathing pattern).
PE-Rohr, PP-Rohr
Gesundheitlich unbedenkliche, für den experimentellen Didgeridoobau geeignete Kunststoffrohre aus PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen), HT-Rohr. Nicht zu verwechseln mit PVC-Rohr.
Pflege des Didgeridoos
Umfasst alle Maßnahmen, die den ordentlichen (physischen) Zustand und die klanglichen Eigenschaften des Instruments sichern oder verbessern. Wichtige Teilaspekte der Didgeridoopflege bilden
  1. das Einspielen neuer Instrumente,
  2. die Imprägnierung des Innenraumes durch Öle oder alternativ durch Substanzen zur Versiegelung,
  3. Transport und Lagerung sowie
  4. hygienische Maßnahmen.
mehr
Phonation
Siehe Tonbildung
Phonetik (griechisch: Lautlehre)
Die Lehre von der (sprachlichen) Lautbildung ist in vielerlei Hinsicht für das Didgeridoospiel relevant: Zum einen lassen sich mithilfe phonetischer Symbole (Lautschrift) eindeutigere Rhythmusworte formulieren (vgl. Notation), zum anderen sind die Funktionsweisen der artikulatorischen Phonetik zum Teil identisch mit der Lautbildung im Didgeridoo und können zur Verdeutlichung herangezogen werden. mehr
Physik des Didgeridoos
Physikalische Grundlagen, die für die Ausprägung des typischen Didgeridooklanges maßgeblich sind und zu der ihm eigenen Spielweise führen (in Vorbereitung).
Pull (eng. ziehen, Zug)
In den traditionellen Spieltechniken das  sogenannte Ziehen (Erhöhen) des Grundtones um bis zu einen ganzen Tonschritt.
PVC-Rohr
In Deutschland nicht erhältliche Abwasser-Rohre, für den Didgeridoobau geeignet. Beim Verbrennen/Schmelzen werden toxische Chlorgase freigesetzt, daher sind PVC-Rohre in Deutschland schon seit längerem durch die unbedenklichen PP- und PE-Rohre ersetzt worden.
− R −   nach oben  
 
Resonanz (lat. resonantia Widerschall, Widerhall)
  1. Die Eigenschwingung (Material) des Didgeridoos an sich, in Korrespondenz mit
  2. der von der Lippenvibration angeregten Schwingung der durch Länge und Form bestimmten Luftsäule.
  3. Im engeren Sinne: Die subjektive Eigenschaft eines Didgeridoos, auf allen vom Spieler gewünschten Spieleffekten (Anschläge, Stimme, überblasene Töne) zu resonieren, bzw. diese zu verstärken, beschreibt die subjektiv als 'ideal' empfundene Resonanz eines Instrumentes.
mehr
retroflex (lat. zurückgebogen)
Zungenstellung, bei der die Zunge so zurückgebogen wird, dass die Unterseite den Gaumen berührt.
Je nach Berührungsstelle und Bewegungsart können damit verschieden Varianten von Anschlägen und Trillern verwirklicht werden.
Retroflexe kommen in verschiedenen, u. a. bei den meisten australischen Sprachen vor. Darum finden sich wohl auch entsprechende Zungenbewegungen  im traditionellen Spiel.
In der offiziellen Transkription werden die Repräsentanten der Laute durch eine Unterstreichung dargestellt, z.B. t, r, n, sowie das d im Wort Yidaki.
Rhythmusworte
Rhythmusworte sind sprachlich artikulierte rhythmische Formulierungen des Spielers, die die Orientierung innerhalb des Rhythmus erleichtern. Sie werden überwiegend zur Kommunikation „über“ Rhythmen verwendet und entsprechen nur selten der tatsächlich im Instrument ausgeführten  Artikulation (vgl. Bildhafte Vorstellungen).
Risse, Reparatur
Die wohl häufigste Beschädigung von Didgeridoos aus Holz und Bambus bilden Risse, durch die im schlimmsten Fall das Instrument vollständig unbrauchbar werden kann. Zur Reparatur von Rissen sind verschiedene geeignete Methoden vorhanden, deren spezifischer Einsatz von der Art und Größe des Risses abhängt. mehr
Rohling
  1. Der bereits natürlich ausgehöhlte Eukalytusstamm, der zur Weiterverarbeitung zum Didgeridoo bestimmt ist.
  2. Jedweder Stamm oder Ast aus (einheimischen) Holz, der zum Didgeridoobau bestimmt ist.
− S −   nach oben  
 
Sandwichbauweise (dt./eng.)
Bautechnik, bei der das Didgeridoo aus zwei Hälften zusammengesetzt wird (vgl. Bohrtechnik). mehr
singendes Didgeridoo
Als „singend“ werden Didgeridoos bezeichnet, die aufgrund der spezifischen Innenform einen oder mehrere Obertöne besonders verstärken, sodass dieser während des Spieles ununterbrochen hörbar mitschwingt.

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Sliding Didge, Slide-Didge, Slidgeridoo, Slidgeribone, Slidge (aus eng. to slide = gleiten)
In der Länge verschiebbares Didgeridoo, zur Anpassung der Tonhöhe an andere Instrumente oder zum Wechsel des Grundtones während des Spielens. Oft aus Aluminium- oder Kunststoffrohren (vgl. Didjeribone). mehr
Speichel
Mundflüssigkeit, die beim Didgeridoospiel in hinreichender Menge vorhanden sein muß, um die Zungenbeweglichkeit, die Geschmeidigkeit der Lippen, die Lippenspannung sowie die tonale Artikulationsfähigkeit zu unterstützen und zu erhalten. Zu wenig Speichel (trockener Mundraum) oder zu viel Speichel im Mundraum können den Ton und das Spiel des Didgeridoos negativ beeinflussen, bis hin zum momentanen Verlust der Spielfähigkeit. mehr
Stabbautechnik
Bautechnik. Auf Längsgehrung gesägte Leisten (Stäbe) werden zu einer Röhre zusammengesetzt. Die Röhre kann durch Schleifen und Nachbearbeitung von innen und außen gerundet und gestimmt werden.
Diese Methode erfordert eine professionell eingerichtete Tischlerwerkstatt und ist daher für den Eigenbau nicht unproblematisch, besonders, wenn das Instrument konisch werden soll. mehr
stimmen
Das Abstimmen des Grundtones eines Instrumentes auf eine bestimmte Tonhöhe (vgl. tuning).
Stimmgerät, chromatisches
Handliches, batteriebetriebenes Gerät; ideal zur Bestimmung der Tonhöhe, beim Einkauf (vgl. Didgeridookauf) oder bei der Feinabstimmung im Didgeridoobau.

Stütze , f , auch Atemstütze, Bauchstütze (aus ital. Appoggio, von appoggiare = sich anlehnen)
  1. Dynamische Unterstützung und Kontrolle der Ausatembewegung
  2. Im Didgeridoo gibt es i.w.S. eine Form von Stütze auch beim Herausdrücken der Luft aus dem Mund (während des Einatemvorganges).
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− T −   nach oben  
 
Termiten (lat. Isoptera)
Ordnung staatenbildender Insekten mit mehreren hundert Arten. Einige Termitenarten im Norden Australiens höhlen bestimmte Eukalyptusarten so aus, dass diese dadurch als Didgeridoo Verwendung finden können. Die äußerliche und soziale Ähnlichkeit mit den Ameisen brachte der Termite in Australien die Bezeichnung „White Ant“ (Weiße Ameise) ein, obwohl sie nicht mit den Ameisen verwandt ist, sondern mit den Schaben.
Therapie
Die positiven Wirkungen des aktiven und passiven Didgeridoospieles sind vielfach in therapeutischer Hinsicht nutzbar. Vgl. Medizin, Heilung (in Vorbereitung)
Tierlaute /-stimmen/-geräusche
Die Nachahmung von Tiergeräuschen im Didgeridoo, a) durch Imitation des Rufes oder b) durch lautmalerisch-bildliche Vertonung einer Bewegung oder Verhaltensweise mehr
Tonbildung
Physikalische und physiologische Grundlagen der Erzeugung des Grundtones und der darauf aufbauenden Variationen. mehr
Tongueings (aus eng. Zunge)
Schnelle Zungenbewegungen zur Erzeugung schwirrender, obertonreicher Klänge oder schneller Anschlagfolgen.
Toot (eng.)
Siehe Überblasener Ton
toot, breathing on the - (eng. Atmung auf dem Toot)
  1. Der überblasene Ton wird mit Zirkularatmung als Dauerton gespielt  (siehe circular toot)
  2. Kurzer Toot, der zeitgleich mit einem Einatemzug erfolgt
toot, circular (eng.)
Das Spielen eines überblasenen Tones mit Zirkularatmung. Neben der Verwendung als musikalische Figur kann diese Technik auch zum Üben der Lippenspannungskoordination dienen, in dem die sehr schwach hörbaren Obertöne möglichst gut hörbar gemacht werden sollen.
Traditionalist, -en
Selbst- und Fremdbezeichnung für (nicht-aboriginale; vgl. Ngapaki) Didgeridooenthusiasten, die in erster Linie an den traditionellen Spielweisen und –stilen der entsprechenden Aboriginalvölker interessiert sind. Das Hauptinteresse an traditionellen Spielweisen erstreckt sich neben dem häufig systematisch betriebenen Studium der vorhandenen Audioquellen traditioneller Musik der Australier (Aborigines) in der Regel auf das Erlernen der traditionellen Spieltechniken selbst. mehr
Traditionelle Spielweisen
Als traditionelle Spielweisen im engeren Sinne bezeichnen wir ausschließlich solche, die sich auf die (seit der Zeit vor der Kolonialisierung) überlieferte und fortdauernde Verwendung des Didgeridoo in verschiedenen kulturellen Gruppen der Australier (Aborigines) beziehen. Im weiteren Sinne können auch jüngere Spielstile als traditionelle Spielweisen bezeichnet werden, sofern die generationsübergreifende Weitergabe dieser Spielweisen auf die Pflege und den Erhalt des kulturellen Erbes einer spezifischen Community abzielt. mehr
Triller , Vibranten (phon.)
Phonetische Bezeichnung für beim Didgeridoospiel entscheidende Töne, die durch das Flattern weicher Mundteile (Zunge, Lippen, Zäpfchen) entstehen, z.B. das rollende r. mehr
Trompetenton
Siehe Überblasener Ton
Tuning (eng. Abstimmung, Feineinstellung)
Das Abstimmen eines Instrumentes in Tonhöhe und Gesamt-Klangverhalten aufeinander (Resonanzen, Charakter, Timbre) (vgl. stimmen). mehr
− U −   nach oben  
 
überblasen
Siehe Überblasener Ton
Überblasener Ton , Hupton, Trompetenton, Tut, auch eng. Toot, Horn, Overblow, Trumpet u.ä.
Trompetentöne des Didgeridoos, die durch stärkere Anspannung der Lippen und/oder stärkeren Anblasdruck erzeugt werden. mehr
Unterblasene Töne , auch eng. Underblow
  1. Das Ziehen des Grundtons
  2. Effekt, bei dem durch extrem lockere Lippen ein Ton erzeugt wird, der deutlich unter dem Grundton (z.T. mehrere Tonschritte) und auch außerhalb des Ziehbereichs liegt. Ein derartiger Ton klingt meist unsauberer, ist instabil und verbraucht mehr Luft.
− V −   nach oben  
 
Vokale (phon. /lat. etwa Stimmtöne)
Hier: Obertöne, die in erster Linie durch die Stellung der Zunge wie bei den Vokalen (a,e,i,o,u...) erzielt werden und ebenso klingen. Sie werden weniger melodisch als vielmehr sprachähnlich wahrgenommen und machen einen Teil des typischen Klangcharakters des Didgeridoos aus.
Vokaltrakt (phon. /lat. Stimmtrakt)
Für die Klangbildung in der Sprache wie auch im Didgeridoo maßgebliche Bereiche des menschlichen Körpers, sowohl passiv (Resonanz) als auch aktiv (Artikulation). Es sind dies hier in erster Linie der Atemapparat (Lunge, Atemgürtel), Stimmbänder (Glottis), Zunge, Lippen, Wangen, sowie der Nasen-Rachenraum als potentieller Resonanzkörper.
− W −   nach oben  
 
Wachs , Bienenwachs, Carnaubawachs
Ausgangsmaterial für das Mundstück
WAL (eng., Akronym)
Verbreitete Abkürzung für West-Arnhemland und die dortigen traditionellen Spielweisen (siehe auch Kunborkk; Wangga)
Wangen
Das vom Spieler aktiv veränderte Wangenvolumen erzeugt wichtige Obertonveränderungen und Druckverhältnisse (Woks) und unterstützt besonders in modernen Spielstilen die Funktion der Zirkularatmung.
Wangen-Atmung
Fachausdruck im Sinne einer bildhaften Vorstellung, gilt in einigen Lehrsystemen als Art oder Variante der Zirkularatmung. Die Einatmung bei der Zirkularatmung wird hier von einem Öffnen der Wangen begleitet bzw. unterstützt. Der physiologische Vorgang der Zirkularatmung selbst bleibt jedoch stets derselbe, unabhängig davon, ob die Einatmung von Kiefer-, Zungen- oder Wangenbewegungen flankiert wird.
Wangga (auch: Wongga)
Stilrichtung traditioneller australischer (aboriginaler) Musik; auch Oberbegriff für bestimmte  traditionelle Spielweise des Didgeridoos, vor allem in West-Arnhemland, sowie in Teilen Zentral-Arnhemlands sowie der Kimberley-Region beheimatet. Die traditionelle Spielweise des Didgeridoos in Wangga-Songs wird der von Moyle eingeführten Kategorie der „Didgeridoo-Begleitung Typ A“ zugeordnet. mehr
Wickeltechnik
Bautechnik. Eine mit Holzleim bestrichene Furnierholzplatte wird um eine »Schablone« gewickelt, bestehend aus zwei Kreisformen unterschiedlichen Durchmessers, die auf einer Stange befestigt sind. mehr
Wobble, Wobbler (onom. / eng. wabbeln)
Der Begriff beschreibt (lautmalerisch) eine Folge von Geräuschen, die entstehen, wenn mehrere kurze Druckstöße (Woks) in enger Folge gespielt werden. Die Speltechnik erfolgt meist 1. durch nacheinander erfolgende Verengungen des Mundraums, 2. auch in Verbindung mit dem Zwerchfell.
Wok (onom.)
  1. Lautmalerische Beschreibung für ein Geräusch, das durch eine ruckartige Verengung des Mundraumes entsteht, z.B. durch Wangen, Zunge oder Unterkiefer.
  2. I.w.S. auch andere Druckschwankungen im Ton, die entsprechend deutlich gespielt werden und die lautmalerische Qualität eines solchen Tones aufweisen... ;-)
− Y −   nach oben  
 
Yidaki , Yirdaki, Yedaki u.a. (yol.)
Allgemeine, offizielle Bezeichnung der Yolngu für das Didgeridoo. Das Wort wird in mehreren nordaustralischen Sprachen in einer ähnlichen Form verwendet. Als Bedeutung des Wortes wird meist Emu-Hals angegeben. mehr
Yolngu , f,m , -
Eigenbezeichnung der australischen Stammesgruppen im Norden und Osten Arnhemlands. Das Wort bedeutet ungefähr Menschen. Die Yolngu verstehen sich als die kulturellen Eigentümer bzw. Behüter des Yidaki.
− Z −   nach oben  
 
Ziehbereich
Tonaler Abstand des tiefsten und höchsten Tones beim Ziehen. Der Ziehbereich ist u.a. abhängig von der Form des Instrumentes und der Versiertheit des Spielers. Unregelmäßig konische Instrumente haben den höchsten Ziehbereich. Einige Instrumente können um mehr als einen Volltonschritt aus dem Grundton heraus gezogen werden.
ziehen (mus.)
Verändern der Tonhöhe des Grundtones nach oben oder unten durch unterschiedlich starken Blasdruck oder durch Veränderung der Lippenspannung (nicht zu verwechseln mit Überblasen). Je stärker der Spieler zieht, desto unreiner und instabiler wird die Schwingung.
Zirkularatmung , Abk.: ZA; auch Zirkuläratmung, Zirkulieratmung, Permanentatmung; (lat-dt. etwa Kreisatmung),
Kombinierte Atem- Blastechnik, um einen kontinuierlichen Luftstrom aus dem Mund während des Einatmens beizubehalten. mehr
Zunge
Die Zunge ist beim Didgeridoospielen, ähnlich wie in der Sprache, das wichtigste Klangmodulationswerkzeug. Sie beginnt den Ton (Anstoß), beendet ihn (Anschlag), formt den Klang (Obertöne, Vokale, Triller, Woks) und verschließt den Mundraum bei der Zirkularatmung.
Zungen-Atmung
Fachausdruck im Sinne einer bildhaften Vorstellung, gilt in einigen Lehrsystemen als Art oder Variante der Zirkularatmung. Die Einatmung bei der Zirkularatmung wird hier von einer (simultanen) Zungenbewegung (bildhafte Hilfssilbe z.B. „Tong“) begleitet bzw. unterstützt. Vergleiche Bounce Breath, Outpop-Atmung.
Der physiologische Vorgang der Zirkularatmung selbst bleibt stets derselbe, unabhängig davon, ob die Einatmung von Kiefer-, Zungen- oder Wangenbewegungen flankiert wird. mehr
Zungentriller
Siehe Triller
Zwerchfell
Muskelgewebe unter der Lunge, das massgeblich an einer einwärts gerichteten Atembewegung beteiligt ist.
Das Zusammenspiel zwischen Zwerchfell und Atemgürtel ist entscheidend für die effektive Atemausnutzung am Didgeridoo und anderen Atemtätigkeiten (Sport, Gesang, andere Blasinstrumente).
Zwerchfellstoß , (eng. Gut Slap)
Bildhafte Vorstellung zum Erzielen eines Blas-Stoßes durch Druckaufbau in der Lunge.
Das Zwerchfell selbst kann, entgegen der Begriffsbedeutung, nicht in Stoßrichtung arbeiten! (vgl. Zwerchfell).
Wird oft oder sogar überwiegend verwechselt mit dem Glottalschlag.
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